Für erfolgreiche digitale Produkte den Unterschied von User Experience und Usability verstehen!

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  • Die User Experience ist für den Erfolg von Produkten auf dem Digitalmarkt essenziell

  • Die Nutzererfahrung ist mehr als die Usability digitaler Produkte

  • UX und Usability gehen Hand in Hand bei der Gestaltung erfolgreicher Produkte

Wer sich noch an seine Erfahrung mit der ein oder anderen Webseite in den 90er Jahre erinnert, wird zugeben: die sogenannte Usability (Deutsch: Anwenderfreundlichkeit) ließ noch viel zu wünschen übrig. Unser Senior Designer Julian Groll fragt sich, ob deshalb im Tagesgeschäft der Digitalbranche die User Experience (Nutzererfahrung) häufig auf die Usability reduziert wird. In drei Schritten erklärt er, warum Nutzererfahrung, kurz UX, viel mehr ist als Usability.

Warum UX und was ist unter Nutzererfahrung zu verstehen?

Die Erfahrungen, die wir mit digitalen Produkten machen, haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und das mit gutem Grund. Es nutzen mittlerweile rund 4 Milliarden Menschen weltweit das Internet (1), gleichzeitig wird der Digitalmarkt heute regelrecht von Produkten überschwemmt. So zählte Googles Playstore 2021 etwa 3,5 Milliarden verfügbare Applikationen (2).

Mit dem zunehmenden Wettbewerb zwischen den Produkten nimmt auch der Wert einer gelungenen User Experience zu. So steigt mit einer besseren Nutzererfahrung auch die Wahrscheinlichkeit, dass Produkte wieder benutzt werden und sich auf dem Markt durchsetzen.

Betrachtet man einmal exemplarisch die Bestellung einer Lieferpizza so lässt sich schnell erkennen, dass die Nutzererfahrung mehr ist als die bloße Benutzerfreundlichkeit der Website oder App zur Bestellung der Pizza. Wie gut bzw. flüssig läuft hier die Interaktion mit der Plattform? Ist die Wahl der angebotenen Produkte leicht und verständlich. Dies sind Fragestellungen, die die Usability beeinflussen. UX geht aber weiter. Eine gute UX ist etwa daran zu erkennen, ob die bestellte Pizza bei Ankunft den Erwartungen der Nutzer:innen entspricht, angegebene Zusatzwünsche oder Kommentare auch berücksichtigt werden, es Goodies wie entgeltfreien Knoblauch oder Chili gibt und wie lange man auf seine Pizza warten muss. Auch daran, ob ein abonnierter Newsletter später hilfreiche Informationen bereithält, indem er beispielsweise interessante Rabattaktionen enthält und nicht nur mit gängelnder Werbung nervt, ist eine positive User Experience geknüpft.

Die sogenannte UX beginnt somit bereits vor der Benutzung eines digitalen Produkts mit den Bedürfnissen potenzieller Nutzer:innen. Auch endet die Nutzererfahrung nicht nach der Anwendung, zum Beispiel nach dem Abschluss einer Essensbestellung in einer App. Eine positive Erinnerung an die Erfahrung mit dem digitalen Produkt ist ebenfalls Teil der User Experience.

User Experience (UX): Alle Wahrnehmungen und Reaktionen eines Benutzers, die sich aus der Benutzung und/oder der erwarteten Benutzung eines interaktiven Systems ergeben, sind mit UX gemeint. (3)

Ohne Anwenderfreundlichkeit keine gute User Experience

Eine positive Nutzererfahrung hängt stark mit der Usability eines Produktes zusammen. So lässt sich mit einer nutzerfreundlichen Gestaltung ein zufriedenstellendes Produkterlebnis grundsätzlich erreichen. Die Usability stellt dabei in erster Linie eine gelungene Interaktion mit dem digitalen Produkt sicher.

UX vs. Usability: Usability bezieht sich auf die Interaktion mit dem digitalen Produkt. UX berücksichtig auch, was vor und nach der Interaktion bis zur endgültigen Benutzung und den Erinnerungen an die Benutzung geschieht. (3)

Ein anwenderfreundliches oder gebrauchstaugliches Produkt wird auch als erfolgreicher Dialog verstanden. Die sogenannten Dialogprinzipien beschreiben dabei Ziele für die Gestaltung von nützlichen und gebrauchstauglichen digitalen Interaktionen. Als Kriterium für einen gelungenen Dialog gilt zum Beispiel, ob die Erwartungen des Benutzers erfüllt werden, die Anwendung leicht steuerbar ist und ob das Produkt individualisierbar ist.

Usability Kriterien können somit verwendet werden, um Aspekte der UX zu evaluieren. Viele Nutzer erwarten beim Onlineshopping, dass sie eine Liste mit Kaufwünschen anlegen können, die auch später noch zur Verfügung steht. Auch ein Newsletter Abonnement sollte zur Wahl stehen. Er kann nach dem Besuch der Webseite individuelle Produktangebote liefern.

UX und Usability gehen Hand in Hand

Wichtig ist somit zu verstehen, dass ein gelungenes Produkt mit mehr zusammenhängt als mit einer reibungslosen Interaktion zwischen Nutzer und Applikation. Ein erwartungsgemäßes Angebot und später weiter zur Verfügung stehende Hilfe, machen ein gutes Produkterlebnis und daher auch eine gelungenen UX aus.

Usability stellt Erwartungen während der Produktbenutzung, UX auch davor und danach zufrieden (3)

Ist die Interaktion mit einem System nicht gebrauchstauglich, so ist das Produkterlebnis häufig ebenso wenig gelungen. Doch die Usability kann noch so gelungen sein, wenn die gesamte Nutzererfahrung es nicht ist.

Eine gute Erinnerung an ein Produkt, egal ob Onlineshop oder Smartwatch, entsteht nicht bei der Erstanwendung, sondern wenn alle Erwartungen des Nutzers berücksichtigt oder übertroffen werden.

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Bei UX geht es darum, dass die Bedürfnisse der Benutzer:innen erfüllt oder übertroffen werden können. Mit der Hilfe von Usability berücksichtigt UX den gewünschten Komfort eines Anwenders innerhalb der gesamten Nutzererfahrung.

UX und Usability sind wichtige Bestandteile bei der Entwicklung digitaler Produkte. Wir helfen Ihnen bei der erfolgreichen Gestaltung der Nutzererfahrung und der Gebrauchstauglichkeit Ihrer Produkte.

Quellen:

https://de.statista.com/themen/42/internet/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/208599/umfrage/anzahl-der-apps-in-den-top-app-stores/
3 CPUX‐F Curriculum und Glossar Version 3.15 DE, 23. März 2018 https://uxqb.org/wp-content/uploads/documents/CPUX-F_DE_Curriculum-und-Glossar.pdf

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Julian Groll

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